Mit Nummer Zwei wird es wieder fruchtig.
Ich hatte eine Anleitung gefunden, mit der ich das Problem des zu engen Halsausschnitts umgehen konnte: ein V-Ausschnitt. Und weil ich gleich zwei Ideen für einen Pullunder hatte und eine davon ein Geschenk zum 1. Geburtstag sein sollte, musste der Pullunder mit der Erdbeere nun als Probierexemplar herhalten.
Ich wusste, es sollte eine große Erdbeere sein.
Eine große Erdbeere auf grünen Streifen! Nach Abwägen und Hin- und Herüberlegen und Nachdenken, was ich Linda denn zu dem Grün und der Erdbeere anziehen könnte, ließ ich die Streifen doch lieber (wenn auch schweren Herzens) Streifen sein. Die Auswahl der Shirts für darunter wäre auf zu klein geschrumpft, und jegliches Muster hätte sich an der Streifenfolge gestört. Bei zweierlei Grün blieb ich dennoch und fand die Möglichkeit in vier versetzten Farbfeldern.
Das Motiv war dieses Mal groß genug, um mit dem Strickmusterprogramm umgesetzt werden zu können. Es funktionierte sehr gut, auch wenn ich während des Strickens lange zweifelte, ob das jemals als Erdbeere zu identifizieren sei. Anders als bei der Rückseite habe ich hier die gelben Punkte nicht mit eingestrickt, sondern später wie bei der Erdbeermütze aufgestickt. Damit das Bild noch den "letzten" Pfiff bekommt, habe ich noch eine Kante im Stielstich um die Erdbeere gestickt und das Label dort angebracht.
Bei der Rückseite war ich etwas verrückter. Der Clou sollte dort eine sechsköpfige Minierdbeerreihe sein. Die Vorlage hierfür war schnell gezeichnet. Beim Stricken dauerte es länger, denn ich habe mit fünf verschiedenen Knäueln hantieren müssen und erfand für mich eine Technik, wie diese beim Farbwechsel sich nicht verknoten.
Das war mühsam. Ich strickte nicht nur den Faden, sondern schob mir die Wollbälle ober- oder unterhalb eines Fadens hin und her, so dass sie sich gar nicht erst verdrehen konnten. Die Kunst besteht aber nicht nur darin, die Knäuel nicht zu verhäddern, sondern auch die Fäden beim Stricken an der Rückseite nicht zu locker und nicht zu fest mitzuführen. Nach einer kleinen Stricklehrgangrecherche im Internet erhielt ich den Hinweis, nach fünf bis sechs Maschen alle hängenden Fäden mit dem verstrickten zu kreuzen. Puh! Und das alles für diese sechs kleinen Dinger! Ich habe manchmal geflucht. Und wieso kam ich überhaupt auf die Idee, auch die gelben Punkte mit einzustricken??? Ein Faden und ein Knäuel mehr zum Aufpassen und Mitführen. Ich wollte es eben ganz genau!
Gut, dass die Reihe so klein war, denn durch die vielen mitgeführten Fäden über die gesamte Reihe hinweg, wurde der Stoff an dieser Stelle recht dick. Trotzdem finde ich die Arbeit - auch auf der Rückseite ganz ordentlich.
Zu dumm, dass ich dann am Ende bei den Arm- und Halsausschnitten vergessen habe, eine dünnere Nadel zu nehmen. Darüber ärger ich mich jetzt noch. Denn ich war gleichzeitig sehr großzügig, was die Maschenaufnahme betraf. So sind die Ärmel nun ein bisschen groß geraten und stehen ein wenig ab.
Damit wusste ich, worauf ich beim dritten Pullunder zu achten habe.
Fortsetzung folgt!
r.
















